Sicherheitsunterweisungen

Sicherheitsunterweisung vorbereiten: von der GBU zum Vortrag

Praktischer Ablauf für Arbeitgeber und FaSis: Themen festlegen, Präsentationsentwurf prüfen, betriebliche Beispiele ergänzen und die Durchführung dokumentieren.

6 Min. Lesezeit · Aktualisiert: 2026-09-08

Pro Entwurf: 10 Sicherheitsmünzen · Passendes Einmalpaket: 99 €.

1. Grundlage und Zielgruppe festlegen

Stellen Sie die aktuelle Gefährdungsbeurteilung und die relevanten Betriebsanweisungen zusammen. Prüfen Sie, ob sich Tätigkeit, Arbeitsmittel, Stoffe oder Arbeitsumgebung geändert haben. Die Unterweisung sollte keine überholten Maßnahmen vermitteln. Wenn die Grundlage unvollständig ist, bearbeiten Sie zuerst diese Lücke.

Definieren Sie die Zielgruppe: neue Beschäftigte brauchen andere Erläuterungen als ein erfahrenes Team, das mit einem neuen Arbeitsmittel beginnt. Legen Sie für den Termin wenige beobachtbare Lernziele fest, beispielsweise das Erkennen eines unsicheren Zustands und den richtigen betrieblichen Meldeweg. Eine feste gesetzliche Minutenzahl für jede Unterweisung lässt sich daraus nicht ableiten.

2. Themen in eine verständliche Reihenfolge bringen

Gehen Sie vom tatsächlichen Arbeitsablauf aus. Beschreiben Sie zuerst die Aufgabe, dann die relevanten Gefährdungen und anschließend die vorgesehenen Schutzmaßnahmen. Bei den Maßnahmen sollte die Rangfolge von Substitution, technischen und organisatorischen Lösungen bis zu persönlichen Schutzmaßnahmen nachvollziehbar bleiben.

Überfrachten Sie die Folien nicht mit Regeln, die mit der Tätigkeit nichts zu tun haben. Ergänzen Sie konkrete betriebliche Bilder nur dann, wenn sie einen korrekten Zustand zeigen und die nötigen Nutzungsrechte sowie Datenschutzanforderungen geklärt sind. Kennzeichnen Sie illustrative Beispiele; ein KI-Bild ist kein Beleg dafür, wie ein realer Arbeitsplatz aussieht.

3. Einen Präsentationsentwurf erstellen

Für MeineGBU verwenden Sie ausschließlich einen Excel-Export aus MeineGBU. Die Erstellung läuft im gemeinsamen MeineGBU-Konto. Andere Excel-Dateien und PDFs sind nicht kompatibel. Sie erhalten einen bearbeitbaren PPTX-Entwurf mit Szenarien, Maßnahmen und Trainer-Notizen.

Das Ergebnis ist ein Hilfsmittel zur Vorbereitung. Die KI kann Inhalte missverstehen oder einen betrieblichen Sonderfall übersehen. Auch eine visuell überzeugende Folie muss deshalb geprüft werden. Die Produktseite zur Präsentationserstellung beschreibt Eingabe, Ergebnis und Kaufweg; diese Anleitung beschreibt die anschließende praktische Arbeit.

4. Inhalt und Vortrag fachkundig vorbereiten

Vergleichen Sie den Entwurf mit Gefährdungsbeurteilung und Betriebsanweisungen: Sind Maßnahmen vollständig und richtig zugeordnet? Stimmen Begriffe, Maschinen, Stoffe und persönliche Schutzausrüstung? Werden lokale Notrufnummern, Sammelstellen oder Zuständigkeiten korrekt benannt? Ersetzen Sie generische Angaben durch geprüfte betriebliche Informationen.

Prüfen Sie außerdem die Darstellungen. Ein Bild mit falscher Schutzvorrichtung kann trotz richtigem Begleittext ein falsches Verhalten nahelegen. Formulieren Sie passende Rückfragen und planen Sie notwendige praktische Demonstrationen. Trainer-Notizen erleichtern diese Vorbereitung; sie ersetzen weder die Eignung der unterweisenden Person noch deren Kenntnis des Betriebs.

5. Unterweisen und Verständnis feststellen

Führen Sie die Unterweisung im passenden betrieblichen Rahmen während der Arbeitszeit durch. Erläutern Sie die Maßnahmen in einer Sprache und Form, die die Zielgruppe versteht. Lassen Sie Beschäftigte Fragen stellen und wichtige Handlungsabläufe erklären beziehungsweise zeigen, soweit das sicher und fachlich sinnvoll möglich ist.

Bei Gefahrstoffen verlangt § 14 GefStoffV die mündliche Unterweisung anhand der Betriebsanweisung; eine zugesandte Präsentation erledigt diese Aufgabe nicht. Auch bei anderen Themen muss die gewählte Form den konkreten Anforderungen genügen. Arbeiten Sie Verständnisprobleme auf, statt nur die Anwesenheit zu bestätigen.

6. Dokumentieren und offene Punkte nachverfolgen

Halten Sie tatsächlichen Termin, Teilnehmende, behandelte Themen und verwendete Unterlagen fest. Beachten Sie die besonderen Anforderungen des einschlägigen Regelwerks. Unsere Dokumentationscheckliste hilft bei der Struktur.

Planen Sie Nachholtermine und ordnen Sie ungeklärten Punkten verantwortliche Personen zu. Nehmen Sie neue Erkenntnisse aus der Unterweisung in die Überprüfung Ihrer Gefährdungsbeurteilung auf. Damit bleibt die Präsentation Bestandteil eines betrieblichen Prozesses. Sie ist kein automatischer Nachweis, dass alle Arbeitsschutzpflichten erfüllt wurden.