Schwangerschaft · Mutterschutz · Vorlage

Gefährdungsbeurteilung bei Schwangerschaft

Sobald eine Mitarbeiterin schwanger ist, muss die Gefährdungsbeurteilung konkret geprüft und angepasst werden. MeineGBU hilft, mutterschutzrelevante Gefährdungen und Maßnahmen sauber zu dokumentieren.

Vollständiger bearbeitbarer GBU-Entwurf: 49 € als Einmalpaket (5 Sicherheitsmünzen). Vor der Nutzung fachkundig prüfen.

Mutterschutz berücksichtigtSchutz für Mutter & KindDokumentation nachweisbar
Echtes Beispiel: Kiosk
Auszug aus einer erstellten Gefährdungsbeurteilung für einen Kiosk
Kurzantwort

Was ist bei einer Gefährdungsbeurteilung Schwangerschaft zu tun?

Der Arbeitgeber muss prüfen, ob die Tätigkeit für schwangere oder stillende Beschäftigte gefährlich sein kann. Relevante Punkte sind Gefahrstoffe, Biostoffe, körperliche Belastung, Nachtarbeit, Alleinarbeit, Hitze, Lärm, Infektionsrisiken und psychische Belastung. Maßnahmen müssen dokumentiert und umgesetzt werden.

Mutterschutz-GBU erstellen

Zeitpunkt

sofort nach Bekanntgabe prüfen

Pflicht

Mutterschutz + ArbSchG

Maßnahmen

Umgestaltung vor Beschäftigungsverbot

Nachweis

schriftlich dokumentieren

Fiktives Arbeitsplatzbeispiel

Mutterschutz in der Kita: ein Arbeitsplatzbeispiel

Dieses fiktive Beispiel ist weder eine fertige Gefährdungsbeurteilung noch eine Entscheidung über die Beschäftigung einer realen Person. Die Prüfung der konkreten betrieblichen Bedingungen bleibt erforderlich.

Für Arbeitgeber, Kita-Leitungen und FaSis: Das Beispiel zeigt, wie eine konkrete Tätigkeit beschrieben, eine offene Frage erkannt und eine Maßnahme mit überprüfbarem Ergebnis festgehalten werden kann. Es ersetzt keine vollständige Betrachtung aller Tätigkeiten, Gefährdungsfaktoren und betrieblichen Bedingungen.

Ausgangslage des Beispiels

Alle folgenden Angaben sind fiktive Annahmen für dieses Beispiel, keine Daten eines Kunden oder einer Beschäftigten:

  • Betrachtet wird eine volljährige pädagogische Beschäftigte in einer Kita, nachdem sie dem Arbeitgeber eine Schwangerschaft mitgeteilt hat.
  • Zum beschriebenen Aufgabenbereich gehören Gruppenbetreuung, gelegentliche Unterstützung beim Wickeln, Vor- und Nachbereitung von Angeboten sowie Wege zwischen Gruppen- und Nebenräumen.
  • Eine allgemeine Gefährdungsbeurteilung wird für dieses Beispiel vorausgesetzt. Ihr tatsächlicher Inhalt, Arbeitszeiten, Personalbesetzung, Produkte und örtliche Bedingungen wären im Betrieb zu prüfen.
  • Medizinische Befunde und individueller Immunstatus sind nicht Bestandteil dieses Beispiels.

Auch Aufgaben außerhalb der üblichen Gruppe können relevant sein. Die BGW-Arbeitshilfe zum Kita-Arbeitsplatz weist ausdrücklich auf unterschiedliche Tätigkeiten und Arbeitsbereiche hin. Welche Punkte zutreffen, muss die jeweilige Einrichtung ermitteln.

Vom vorhandenen Dokument zur konkreten Prüfung

Die allgemeine Beurteilung nach § 10 Absatz 1 MuSchG betrachtet mögliche Gefährdungen und den voraussichtlichen Maßnahmenbedarf. Nach Bekanntgabe der Schwangerschaft sind erforderliche Schutzmaßnahmen unverzüglich festzulegen und ein Gespräch über weitere Anpassungen anzubieten. Die Beschäftigung setzt voraus, dass die erforderlichen Maßnahmen für die jeweilige Tätigkeit getroffen wurden. Die im aktuellen § 10 Absatz 1 enthaltene Ausnahme für bestimmte veröffentlichte Regeln oder Erkenntnisse des Ausschusses für Mutterschutz wird hier nicht für eine Kita-Tätigkeit vorausgesetzt; ihre Anwendbarkeit gehört zur Fachprüfung.

Für das Beispiel wird die vorhandene Tätigkeitsbeschreibung daher mit den tatsächlichen Aufgaben abgeglichen. Noch ungeklärte Arbeitsbedingungen bleiben offen. Die Trennung zwischen allgemeiner und konkreter Beurteilung beschreibt auch die DGUV/IFA-Fachinformation zur mutterschutzrechtlichen Gefährdungsbeurteilung.

Ausgefüllte Beispielzeile: ein manueller Hebevorgang

Fiktive Einträge für die Prüfung im konkreten Betrieb

Tätigkeit und Bereich
Unterstützung beim Wickeln im Nebenraum
Arbeitsablauf
Ein Kind mit angenommenen 12 kg wird zweimal im Vormittag ohne mechanisches Hilfsmittel vom Boden auf den Wickeltisch gehoben. Die Zahlen dienen nur diesem Beispiel.
Gefährdungsfaktor
Körperliche Belastung durch manuelles Heben
Grundlage der Bewertung
§ 11 Absatz 5 Nummer 1 MuSchG erfasst unter anderem gelegentliches manuelles Heben von mehr als 10 kg ohne mechanische Hilfsmittel. Der so beschriebene Hebevorgang wird deshalb nicht mit einer niedrigen Matrixpunktzahl als zulässig eingestuft.
Maßnahme zur Prüfung
Diese Hebeaufgabe der schwangeren Beschäftigten nicht zuweisen. Kita-Leitung und Träger prüfen eine tragfähige Umgestaltung des Arbeitsablaufs und die tatsächliche Verteilung der Aufgaben. Eine Vertretung bei krankheitsbedingtem Personalausfall ist mitzuplanen.
Verantwortliche Funktion
Kita-Leitung im Rahmen der Aufgabenverteilung des Trägers; konkrete Zuständigkeit im Betrieb noch einzutragen
Zeitpunkt
Vor der entsprechenden Tätigkeitszuweisung
Nachweis der Umsetzung
Geänderter Aufgabenplan und Abgleich am Arbeitsplatz: Die Hebeaufgabe fällt auch bei Übergaben und Vertretung nicht ungeplant an.
Wirksamkeitsprüfung
Prüfen, ob die angepasste Aufgabenverteilung im tatsächlichen Tagesablauf eingehalten werden kann. Ergebnis und notwendige Änderungen dokumentieren.
Bearbeitungsstand
Vorschlag zur Fachprüfung im konkreten Betrieb; Umsetzung und Wirksamkeit nicht bestätigt; keine Gesamtfreigabe des Arbeitsplatzes

Rechtsanker dieser Beispielbewertung ist § 11 Absatz 5 MuSchG. Die Wirksamkeitsprüfung und Anpassung von Maßnahmen folgen § 9 Absatz 1 MuSchG. Die organisatorische Ausgestaltung ist ein zu prüfender Vorschlag für den fiktiven Fall, keine allgemeingültige Lösung für Kitas.

Weitere Punkte bleiben im Beispiel offen

Wickeln, Wundversorgung oder Kontakt zu Körperflüssigkeiten

Was für eine Bewertung noch fehlt
Art und Umfang möglicher Exposition, betriebliche Schutzmaßnahmen und die erforderliche arbeitsmedizinische Einordnung
Nächster Prüfschritt
Tätigkeiten mit fachkundiger und gegebenenfalls betriebsärztlicher Beratung bewerten. Handschuhe oder ein allgemeiner Hygieneplan werden hier nicht als pauschale Freigabe gewertet.

Arbeiten in niedriger Sitzposition oder am Boden

Was für eine Bewertung noch fehlt
Häufigkeit, Dauer, Bewegungsmöglichkeiten und konkrete Ausstattung
Nächster Prüfschritt
Körperhaltungen und geeignete Gestaltung prüfen; noch keine pauschale Aussage zur Zulässigkeit treffen.

Wege durch Gruppen- und Nebenräume

Was für eine Bewertung noch fehlt
Stolperstellen, nasse Böden, Gedränge, Aufsichtssituation und Ausweichmöglichkeiten
Nächster Prüfschritt
Tatsächlichen Ablauf vor Ort beobachten und erforderliche Änderungen festlegen.

Reinigungs- oder Desinfektionsarbeiten

Was für eine Bewertung noch fehlt
Verwendete Produkte, aktuelle Informationen, Einsatzweise und Exposition
Nächster Prüfschritt
Stoffbezogene Prüfung anhand des konkreten Produkts; kein generelles Urteil über alle Reinigungsmittel.

Betreuungszeiten und Unterbrechungen

Was für eine Bewertung noch fehlt
Dienstplan, Spitzenbelastung, Unterstützung und Möglichkeiten zur Unterbrechung und Erholung
Nächster Prüfschritt
Arbeitsorganisation prüfen und erforderliche Anpassungen festhalten.

Die Auswahl ist keine vollständige GDA-Checkliste. Für Biostoffe, Gefahrstoffe und körperliche Einwirkungen sind die jeweiligen Anforderungen getrennt zu prüfen. Die BGW beschreibt mögliche Infektionskontakte anhand konkreter Tätigkeiten und verlangt eine betriebsspezifische Bewertung; allgemeine Mindeststandards können im Einzelfall unzureichend sein.

Entscheidung und Dokumentation

Die Maßnahmen sind für den konkreten Fall in der gesetzlichen Rangfolge zu prüfen: Arbeitsbedingungen umgestalten, bei Vorliegen der gesetzlichen Voraussetzungen einen geeigneten anderen Arbeitsplatz einsetzen und erst danach ein betriebliches Beschäftigungsverbot berücksichtigen. Eine Schwangerschaft, der Name der Branche oder dieses Beispiel bestimmen das Ergebnis nicht automatisch. Die genauen Voraussetzungen stehen in § 13 MuSchG.

Für die Arbeitsunterlage festhalten: Ergebnis und Maßnahmenbedarf, festgelegte Maßnahmen, Ergebnis der Überprüfung sowie Gesprächsangebot beziehungsweise Gesprächszeitpunkt. Offene Punkte und noch nicht umgesetzte Maßnahmen sind erkennbar zu lassen.

Eine numerische Nohl-Bewertung ist in diesem Beispiel bewusst nicht ausgefüllt. Gesetzliche Grenzen werden nicht durch eine rechnerische Risikostufe ersetzt. Ob und für welche übrigen Gefährdungen die im Produkt verwendete Bewertungsmethode geeignet ist, muss fachkundig geprüft werden. Die unterschiedlichen 4×4- und 5×5-Darstellungen des Produkts beziehungsweise des freien Rechners dürfen dabei nicht gleichgesetzt werden.

Quellen und Einordnung

Redaktionelle Hinweise von MeineGBU

Die Inhalte basieren auf ArbSchG, GDA-Systematik, Nohl-Risikomatrix und praktischer FaSi-Erfahrung. Inhaltsstand: 03.10.2026

Fachkunde erforderlich
Kostenlose Downloads

Vorlagen und Checklisten ohne E-Mail-Pflicht

Die Dateien sind frei verlinkbar und helfen bei der ersten Struktur. Für eine prüffähige GBU müssen die Inhalte betriebsspezifisch ausgefüllt und bewertet werden.

Excel
Bearbeitbarer Entwurf
11
GDA-Gefährdungsfaktoren
STOP
Maßnahmen mit klarer Priorität
Optional
Fachkundige SiFa-Prüfung
Herausforderungen

Typische Risiken in Schwangerschaft und Stillzeit

Diese Punkte werden bei Kontrollen besonders genau betrachtet

Gefahrstoffe

Reinigungsmittel, Lösemittel, Farben, Desinfektionsmittel oder andere Stoffe können für Mutter und Kind relevant sein.

Infektionsrisiken

Pflege, Kita, Gesundheitswesen und Labor müssen biologische Arbeitsstoffe und Ansteckungsrisiken besonders prüfen.

Körperliche Belastung

Heben, Tragen, langes Stehen, Zwangshaltungen, Hitze, Lärm und Zeitdruck müssen bewertet werden.

Beschäftigungsverbote

Bevor ein Beschäftigungsverbot ausgesprochen wird, sind Umgestaltung und Arbeitsplatzwechsel zu prüfen und zu dokumentieren.

Funktionen

MeineGBU für Schwangerschaft und Mutterschutz

Schnelle Dokumentation für Arbeitgeber

Schwangerschaft konkret erfasst

Die GBU berücksichtigt besondere Schutzbedarfe schwangerer und stillender Beschäftigter.

Vorlage wird ausgefüllt

Statt leerem Formular erhalten Sie eine strukturierte Excel-Dokumentation mit konkreten Maßnahmen.

Maßnahmenreihenfolge

Arbeitsplatz umgestalten, Arbeitsplatz wechseln, Beschäftigungsverbot nur wenn nötig.

Branchenrisiken

Pflege, Kita, Gastronomie, Friseur, Büro und Handwerk werden unterschiedlich bewertet.

Optional SiFa-geprüft

Gerade bei Mutterschutzfällen ist eine fachliche Prüfung besonders sinnvoll.

Schnell aktualisiert

Wenn sich Tätigkeit, Schwangerschaftsphase oder Arbeitsbedingungen ändern, kann die GBU fortgeschrieben werden.

Aus der FaSi-Praxis

Ein Praxistest zum Nachlesen

Filip Kopta

Filip Kopta

Fachkraft für Arbeitssicherheit · LinkedIn-Beitrag vom 5. Mai 2026

Filip Kopta hat seinen Test von MeineGBU und den Übergang von der Gefährdungsbeurteilung zur Unterweisung auf LinkedIn beschrieben. Lesen Sie dort seinen Erfahrungsbericht.

Praxistest auf LinkedIn lesen
FAQ

Häufig gestellte Fragen

Die allgemeine Beurteilung mutterschutzrelevanter Gefährdungen sollte vorab vorliegen. Sobald die Schwangerschaft bekannt ist, muss sie konkret für die Mitarbeiterin geprüft und angepasst werden.

Gefahrstoffe, Biostoffe, Infektionsrisiken, körperliche Belastung, Arbeitszeit, Nachtarbeit, Hitze, Lärm, Alleinarbeit, psychische Belastung und branchenspezifische Risiken.

Nein, wenn sie Schwangerschaft und Stillzeit nicht konkret berücksichtigt. Die GBU muss mutterschutzrelevante Gefährdungen und Maßnahmen dokumentieren.

Nein. Zuerst sind Schutzmaßnahmen und eine Umgestaltung des Arbeitsplatzes zu prüfen. Erst wenn das nicht reicht, kommen Arbeitsplatzwechsel oder Beschäftigungsverbot in Betracht.

Ja, Vorlagen helfen als Struktur. MeineGBU erstellt daraus eine ausgefüllte Excel-GBU mit konkreten Gefährdungen und Maßnahmen für den Betrieb.

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