Warum eine Checkliste?
Die Gefährdungsbeurteilung ist ein 7-stufiger Prozess – so empfohlen von der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA) und der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA).
Viele Betriebe scheitern nicht am Willen, sondern daran, dass sie nicht wissen, wo sie anfangen sollen. Diese Checkliste führt Sie Schritt für Schritt durch den gesamten Prozess – mit konkreten Prüfpunkten für jeden Schritt.
Schritt 1: Arbeitsbereiche & Tätigkeiten festlegen
Bevor Sie Gefährdungen ermitteln, müssen Sie wissen, welche Arbeitsbereiche und Tätigkeiten zu beurteilen sind.
Checkliste Schritt 1:
- ☐ Alle Arbeitsbereiche im Betrieb auflisten (z.B. Werkstatt, Büro, Lager, Außendienst)
- ☐ Alle Tätigkeiten je Arbeitsbereich erfassen
- ☐ Gleichartige Arbeitsplätze zusammenfassen (z.B. "alle Büroarbeitsplätze")
- ☐ Besondere Personengruppen berücksichtigen (Schwangere, Jugendliche, Leiharbeiter)
- ☐ Nicht-routinemäßige Tätigkeiten erfassen (Wartung, Reinigung, Notfälle)
Tipp: Beginnen Sie mit einem Betriebsrundgang. Fotografieren Sie die Arbeitsbereiche – das hilft bei der späteren Dokumentation und Gefährdungsermittlung.
Schritt 2: Gefährdungen ermitteln
Jetzt wird's konkret: Für jeden Arbeitsbereich ermitteln Sie alle vorhandenen Gefährdungen. Die GDA empfiehlt die Orientierung an den 11 Gefährdungsfaktoren:
Checkliste Schritt 2 – Alle 11 GDA-Faktoren prüfen:
- ☐ 1. Mechanische Gefährdungen – Quetsch-, Scher-, Schneidstellen, Stürze, herabfallende Teile
- ☐ 2. Elektrische Gefährdungen – Berührungsspannung, Lichtbogen, statische Aufladung
- ☐ 3. Gefahrstoffe – Chemikalien, Stäube, Gase, Dämpfe
- ☐ 4. Biologische Gefährdungen – Infektionserreger, Allergene, Biostoffe
- ☐ 5. Brand- und Explosionsgefährdungen – Brennbare Stoffe, Zündquellen
- ☐ 6. Thermische Gefährdungen – Hitze, Kälte, heiße/kalte Oberflächen
- ☐ 7. Gefährdungen durch spezielle physikalische Einwirkungen – Lärm, Vibration, Strahlung
- ☐ 8. Gefährdungen durch Arbeitsumgebungsbedingungen – Beleuchtung, Klima, Platzverhältnisse
- ☐ 9. Physische Belastungen – Heben, Tragen, Zwangshaltungen, repetitive Bewegungen
- ☐ 10. Psychische Belastungen – Zeitdruck, Überforderung, Konflikte, Monotonie
- ☐ 11. Sonstige Gefährdungen – Alleinarbeit, mangelnde Qualifikation, organisatorische Mängel
MeineGBU prüft alle 11 GDA-Faktoren automatisch und branchenspezifisch – so wird keine Gefährdung übersehen.
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Kostenlos startenSchritt 3: Risiken bewerten
Nicht jede Gefährdung ist gleich kritisch. Die Risikobewertung priorisiert, wo zuerst gehandelt werden muss.
Checkliste Schritt 3:
- ☐ Für jede Gefährdung die Eintrittswahrscheinlichkeit einschätzen (unwahrscheinlich → sehr wahrscheinlich)
- ☐ Für jede Gefährdung das Schadensausmaß einschätzen (geringfügig → katastrophal)
- ☐ Risikozahl berechnen: Wahrscheinlichkeit × Schadensausmaß
- ☐ Risiken in Kategorien einteilen: gering / mittel / hoch / sehr hoch
- ☐ Handlungsbedarf ableiten: Sofortmaßnahmen bei hohem/sehr hohem Risiko
Die bewährteste Methode ist die Nohl-Risikomatrix (5×5-Matrix). Sie ist anerkannt, übersichtlich und wird von Behörden und BGen akzeptiert.
Schritt 4: Schutzmaßnahmen festlegen
Für jede relevante Gefährdung legen Sie konkrete Schutzmaßnahmen fest – nach dem STOP-Prinzip (Maßnahmenhierarchie):
Checkliste Schritt 4:
- ☐ S – Substitution: Kann die Gefährdungsquelle beseitigt oder ersetzt werden?
- ☐ T – Technische Maßnahmen: Schutzvorrichtungen, Absaugungen, Abschirmungen?
- ☐ O – Organisatorische Maßnahmen: Arbeitszeiten, Rotationsprinzip, Zugangsregeln?
- ☐ P – Persönliche Schutzausrüstung: Gehörschutz, Handschuhe, Schutzbrille?
- ☐ Verantwortlichen und Termin für jede Maßnahme festlegen
- ☐ Rechtsgrundlage je Maßnahme dokumentieren (ArbSchG, DGUV, BetrSichV etc.)
Das STOP-Prinzip hat eine feste Rangfolge: Substitution geht vor Technik geht vor Organisation geht vor PSA. Persönliche Schutzausrüstung ist immer die letzte Option – nicht die erste.
Schritt 5: Maßnahmen durchführen
Festgelegte Maßnahmen müssen tatsächlich umgesetzt werden – Papier allein schützt niemanden.
Checkliste Schritt 5:
- ☐ Maßnahmen nach Priorität umsetzen (höchstes Risiko zuerst)
- ☐ Beschäftigte über neue Maßnahmen informieren und unterweisen
- ☐ Betriebsanweisungen erstellen/aktualisieren (wo nötig)
- ☐ PSA beschaffen und Benutzung sicherstellen
- ☐ Umsetzungsdatum dokumentieren
Schritt 6: Wirksamkeit überprüfen
Nach der Umsetzung muss geprüft werden: Wirken die Maßnahmen? Sind neue Gefährdungen entstanden?
Checkliste Schritt 6:
- ☐ Wurden alle Maßnahmen fristgerecht umgesetzt?
- ☐ Sind die Gefährdungen durch die Maßnahmen tatsächlich reduziert?
- ☐ Sind durch die Maßnahmen neue Gefährdungen entstanden?
- ☐ Gibt es Rückmeldungen von Beschäftigten?
- ☐ Ergebnis der Wirksamkeitsprüfung dokumentieren
Schritt 7: Dokumentieren & fortschreiben
Die Gefährdungsbeurteilung muss dokumentiert werden (§ 6 ArbSchG) – und sie ist kein einmaliges Projekt, sondern ein fortlaufender Prozess.
Checkliste Schritt 7:
- ☐ Alle Ergebnisse schriftlich dokumentieren (Papier oder digital)
- ☐ Datum und Ersteller vermerken
- ☐ Dokumentation mindestens 2 Jahre aufbewahren (bei Gefahrstoffen länger)
- ☐ GBU aktualisieren bei: neuen Maschinen, geänderten Arbeitsabläufen, Arbeitsunfällen, neuen Vorschriften
- ☐ Regelmäßige Überprüfung einplanen (empfohlen: alle 1-3 Jahre)
MeineGBU erstellt automatisch eine vollständige Dokumentation als Excel-Datei: Deckblatt mit Betriebsdaten, Gefährdungstabelle, Nohl-Risikomatrix, Maßnahmenplan, Rechtsgrundlagen – alles in einem Dokument.
Der schnellere Weg: MeineGBU
Die 7-Schritte-Checkliste ist der methodisch korrekte Weg – aber er kostet Zeit und erfordert Fachwissen.
MeineGBU übernimmt die Schritte 2-4 und 7 automatisch:
- Gefährdungsermittlung: Die KI prüft alle 11 GDA-Faktoren branchenspezifisch
- Risikobewertung: Automatische Nohl-Risikomatrix
- Maßnahmenplan: STOP-konforme Maßnahmen mit Rechtsgrundlagen
- Dokumentation: Professionelle Excel-Datei, sofort einsatzbereit
Sie müssen nur noch Schritt 1 (Arbeitsbereich angeben), Schritt 5 (Maßnahmen umsetzen) und Schritt 6 (Wirksamkeit prüfen) selbst erledigen. Ergebnis: Ca. 10 Minuten statt Tage.
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